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Burg Reichenberg in der Literatur

Victor Hugo erzählt im 19. Brief seines 'Rheinischen Tagebuchs' die Sage von Reichenberg bei St. Goarshausen.
"Dies ist die Sage von Schloß Reichenberg. Hier lebte zur Zeit der mittelalterlichen Fehden einer der gefürchtetsten jener Raubritter, die sich 'Landplagen' nannten. Die benachbarte Stadt beklagte sich vergeblich. Der Kaiser zitierte ihn zum Reichstag, aber ohne Erfolg. Der Ritter lebte gut geschützt in seinem Granithaus und konnte seine große Macht ungestört ausüben und seine Raubzüge unverfroren fortsetzen. Exkommuniziert von der Kirche, vom Reichstag verurteilt und vom Kaiser verfolgt, führte er sein Leben weiter, bis ihm der weiße Bart bis auf den Bauch reichte."
Am 21. September 1840, 5 Uhr abends fertigt er eine Zeichnung von Reichenberg an und schickt sie von Bingen aus nach Hause (Frankreich).
Im dritten Band der Werke von Wilhelm Heinrich Riehl: 'Durch tausend Jahre', finden wir eine Novelle mit dem Titel 'Burg Neideck 1876'. Es ist jene Novelle, die zu schreiben er sich vornahm, als er mit Victor von Scheffel in früheren Jahren Reichenberg besuchte. Damals äußerte er in einem Aufsatz seine Gedanken über die prächtige Ruine und beschloss eine Novelle 'Burg Neideck' zu schreiben. Sie beginnt:
"Es gibt in Deutschland mehrere Burgen dieses Namens, aber die schönste unter ihren Namensschwestern ist ohne Zweifel jenes Neideck."
Dem Wesen einer Novelle entsprechend, lässt er seiner Phantasie freien Lauf und 'erdichtet' eine Handlung mit dem Gemäuer der Burg als Mittelpunkt des Geschehens. Die Namensgebungen und Zeiten sind willkürlich und könnten zunächst Zweifel aufkommen lassen über die Zuordnung zu Reichenberg. Seine Kenntnisse über Reichenberg und deren Einbindung in den Text der Novelle sind jedoch unverkennbar.
"... zur zeit des Siebenjährigen Krieges war ein Teil der Burg noch bewohnbar, die größere Hälfte dagegen dachlos und verfallen."
"... drei Mann Besatzung, Invaliden, dienten auf Neideck, sie wohnten im kleinen Pförtnerhäuschen am Burgtor."
"... die arme Gemeinde Neideck - so nannte man zwölf strohgedeckte Hütten am Fuße des Burgberges."
"... aber o Staunen und Schreck! - die Burg hatte nur mehr einen Turm. ... da erkannte sie die traurige Wahrheit: die Burg hatte wirklich nur noch einen Turm."