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Gottes Schöpfung ist sehr gut

Weltgebetstag

Was ist der Weltgebetstag?

Jeweils am ersten Freitag im März feiern Frauen in ca. 170 Ländern ökumenisch den christlichen Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen. Die Liturgie des Gottesdienstes verfassen jeweils Frauen eines Landes für die Welt. Intensive Vorbereitungen zum Land und der Situation von Frauen sowie Bibelarbeiten fördern das bessere Verständnis über nationale und konfessionelle Grenzen hinweg. Kreative Gottesdienstgestaltung lässt die Botschaft der Frauen und ihre Lebenssituation lebendig werden. Frauen bereiten die Gottesdienste für die ganze Gemeinde vor. Sie stärken dadurch ihre Verantwortung vor Ort. Im gemeinsamen Gebet entsteht Solidarität von Frauen weltweit. Aus der Kollekte werden Frauenprojekte weltweit gefördert, Aktionen, die Anliegen von Frauen unterstützen, fördern das Bewusstsein über die politischen Ursachen von ungerechten Strukturen, unter denen Frauen leiden.

Wie wird er durchgeführt?

Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Vorbereitung des Gottesdienstes. In Tagungen und in Abendveranstaltungen werden Informationen zum Land, der Situation der Frauen, der politischen und religiösen Situation gegeben. Auch Vertiefungen zur Bibelarbeit werden angeboten. Es gibt keine zentrale Veranstaltung, sondern unzählige, von Frauen vorbereitete und durchgeführte ökumenische Gottesdienste in den Gemeinden.

Weltgebetstag 2017

„Was ist denn fair?“
Globale Gerechtigkeit steht im Zentrum des Weltgebetstags von Frauen der Philippinen
„Was ist denn fair?“ Diese Frage beschäftigt uns, wenn wir uns im Alltag ungerecht behandelt fühlen. Sie treibt uns erst recht um, wenn wir lesen, wie ungleich der Wohlstand auf unserer Erde verteilt ist. In den Philippinen ist die Frage der Gerechtigkeit häufig Überlebensfrage. Mit ihr laden uns philippinische Christinnen zum Weltgebetstag ein. Ihre Gebete, Lieder und Geschichten wandern um den Globus, wenn ökumenische Frauengruppen am 3. März 2017 Gottesdienste, Info- und Kulturveranstaltungen vorbereiten.
Die über 7.000 Inseln der Philippinen sind trotz ihres natürlichen Reichtums geprägt von krasser Ungleichheit. Viele der über 100 Millionen Einwohner leben in Armut. Wer sich für Menschenrechte, Landreformen oder Umweltschutz engagiert, lebt nicht selten gefährlich. Ins Zentrum ihrer Liturgie haben die Christinnen aus dem bevölkerungsreichsten christlichen Land Asiens das Gleichnis der Arbeiter im Weinberg (Mt 20, 1-16) gestellt. Den ungerechten nationalen und globalen Strukturen setzen sie die Gerechtigkeit Gottes entgegen.
Ein Zeichen globaler Verbundenheit sind die Kollekten zum Weltgebetstag, die weltweit Frauen und Mädchen unterstützen. In den Philippinen engagieren sich die Projektpartnerinnen des Weltgebetstags Deutschland u.a. für das wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Empowerment von Frauen, für ökologischen Landbau und den Einsatz gegen Gewalt an Frauen und Kindern.

Weltgebetstag 2016

Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf
Seit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 ist das sozialistische Kuba wieder in den Fokus der internationalen Aufmerksamkeit gerückt. Seit jeher fasziniert und polarisiert Kuba, ist Projektionsfläche für Wunsch- oder Feindbilder. Wie aber sehen kubanische Frauen ihr Land? Welche Sorgen und Hoffnungen haben sie angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche?
Im Jahr 2016 ist Kuba das Schwerpunktland des Weltgebetstags. Die bevölkerungsreichste Karibikinsel steht im Zentrum, wenn am Freitag, den 4. März 2016, rund um den Erdball Weltgebetstag gefeiert wird. Dessen Gottesdienstordnung „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ haben über 20 kubanische Christinnen gemeinsam verfasst.
Von der „schönsten Insel, die Menschenaugen jemals erblickten“ soll Christopher Kolumbus geschwärmt haben, als er 1492 im heutigen Kuba an Land ging. Mit subtropischem Klima, langen Stränden und ihren Tabak- und Zuckerrohrplantagen ist die Insel ein Natur- und Urlaubsparadies. Seine 500-jährige Zuwanderungsgeschichte hat eine kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung geschaffen. Von den rund 11,4 Mio. Einwohner/innen bezeichneten sich 64,1% als „Weiße“, 26,6% als Mestizen sowie 9,3% als „Schwarze“. Da viele eher dunkelhäutige Kubaner/innen Wert darauf legen, zu den „Weißen“ gerechnet zu werden, sind diese Angaben umstritten. Nach der Revolution von 1959 wurde Kuba ein sozialistischer Staat, es folgte eine jahrzehntelange Isolierung der Insel – samt von den USA verhängter Blockade. Anfang der 1990er Jahre brach die Sowjetunion zusammen, die Kuba durch Waren und Finanzhilfe unterstützt hatte. Der Karibikstaat erlebte eine tiefe wirtschaftliche und soziale Krise. Seitdem wächst die Ungleichheit, das lange Zeit vorbildliche Bildungs- und Gesundheitssystem ist gefährdet.
Seit der Revolution sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, Kuba gilt hier international als Vorbild. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft himmelweit auseinander und es herrschen patriarchale Rollenbilder des Machismo vor. Die meist Vollzeit berufstätigen Kubanerinnen sind oft allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger. Die Folgen des gesellschaftlichen Umbruchs treffen sie besonders hart.
Offizielle Zahlen zur Religionszugehörigkeit gibt es nicht. Der Großteil der kubanischen Bevölkerung ist röm.-katholisch, daneben gibt es zahlreiche protestantische Konfessionen sowie jüdische und muslimische Gemeinden. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt die afrokubanische Santería. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung und Isolation ist Kuba seit 1992 ein laizistischer Staat mit Religionsfreiheit und mehr Spielräumen für die Kirchen. Kubanerinnen feiern den Weltgebetstag schon seit den 1930ern, an der Liturgie 2016 waren u.a. baptistische, röm.-katholische, quäkerische, apostolische sowie Frauen der Heilsarmee und der Pfingstkirche Christi beteiligt. In ihrem zentralen Lesungstext (Mk 10,13-16) lässt Jesus Kinder zu sich kommen und segnet sie. Ein gutes Zusammenleben aller Generationen begreifen die kubanischen Weltgebetstagsfrauen als Herausforderung – hochaktuell in Kuba, dem viele junge Menschen auf der Suche nach neuen beruflichen und persönlichen Perspektiven den Rücken kehren.
Die mit den Kollekten der Gottesdienste zum Weltgebetstag unterstützten Projekte weltweit die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte von Frauen und Mädchen. Darunter sind auch vier Projekte von Partnerorganisationen in Kuba.

Weltgebetstag 2015

Titelbild zum Weltgebetstag 2014 "Wasserströme in der Wüste",Souad Abdelrasoul/ Ägypten, © WGT e.V.Titelbild zum Weltgebetstag 2015 von den Bahamas, „Blessed“, Chantal E. Y. Bethel/ Bahamas, © Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee e.V., www.weltgebetstag.de

Begreift ihr meine Liebe?

Die Bahamas – das sind 700 Inseln im Meer, die uns einen Urlaub in subtropischem Klima, Traumstrände mit feinem Sand vor türkisfarbenem Wasser und freundlich-entspannte karibische Lebensart versprechen. Einfach herrlich für Tauchbegeisterte und Sonnenhungrige!
Doch wie geht es den 370.000 Einheimischen mit den etwa 6 Mio. Touristinnen und Touristen im Jahr? Und wie leben die Menschen auf den entlegeneren Inseln? Und was haben die Bahamas mit uns gemein?
Die Bahamas sind das reichste karibische Land und sie gehören zu den hochentwickelten Ländern weltweit. In der sozialen Entwicklung und bei der Gleichstellung von Frauen und Männern schneiden sie im internationalen Vergleich recht gut ab. Auf den Bahamas sind z.B. sehr viel mehr Frauen in den mittleren und höheren Führungsetagen zu finden als in Deutschland.
Aber es gibt auch Schattenseiten im karibischen Paradies: Die Bahamas sind extrem abhängig vom Ausland (besonders vom Nachbarn USA) und erwirtschaften über 90% ihres Bruttoinlandsprodukts im Tourismus und in der Finanzindustrie. Der Staat ist zunehmend verschuldet; zweifelhafte Berühmtheit erlangte er als Umschlagplatz für Drogen und Standort für illegale Finanz-Transaktionen. Auch der zunehmende Rassismus gegen haitianische Flüchtlinge sowie Übergriffe gegen sexuelle Minderheiten kennzeichnen die Kehrseite der Sonneninseln. Rund 10% der Bevölkerung sind arm, es herrscht hohe Arbeitslosigkeit und gut Ausgebildete wandern ins Ausland ab. Erschreckend hoch sind die Zahlen zu häuslicher und sexueller Gewalt gegen Frauen und Kinder. Die Bahamas haben eine der weltweit höchsten Vergewaltigungsraten. In kaum einem anderen Land der Welt haben Teenager so früh Sex; jede vierte Mutter auf den Bahamas ist jünger als 18 Jahre.
Sonnen- und Schattenseiten ihrer Heimat – beides greifen die Weltgebetstagsfrauen in ihrem Gottesdienst auf. Sie danken darin Gott für ihre atemberaubend schönen Inseln und für die menschliche Wärme der bahamaischen Bevölkerung. Gleichzeit wissen sie darum, wie wichtig es ist, dieses liebevolle Geschenk Gottes engagiert zu bewahren.

Weltgebetstag 2014

Titelbild zum Weltgebetstag 2014 "Wasserströme in der Wüste",Souad Abdelrasoul/ Ägypten, © WGT e.V.Titelbild zum Weltgebetstag 2014 "Wasserströme in der Wüste",Souad Abdelrasoul/ Ägypten, © WGT e.V.

Wasserströme in der Wüste

Mit Ägypten ist diesmal ein Land im Fokus des Weltgebetstages, auf das seit der Revolution Anfang 2011 die ganze Welt blickt. Der politische Wandel ist allen gegenwärtig und schenkt Hoffnung auf eine neue Ordnung und ein gelingendes Miteinander der Religionen in dieser jungen Demokratie. Doch der demokratische Aufbruch brachte zwar das friedliche Ende des alten Regimes, allerdings auch eine massive Wirtschaftskrise. Ausländische Investoren und Touristen sind abgeschreckt, die Lage für Außenstehende zu unsicher. Treibstoffe und Lebensmittel werden knapp, es kommt immer wieder zu Stromausfällen. Die überwältigende Mehrheit der über 85 Mio. Einwohner drängt sich an den fruchtbaren Ufern des Nils zusammen, denn über 90 % des mehr als eine Millionen Quadratkilometer großen Landes bestehen aus trocknen und lebensfeindlichen Wüsten. Entsprechend beengt leben die Menschen. In Kairo und Alexandria spitzt sich die Lage immer mehr zu, denn oberägyptische Familien verlassen vermehrt ihr Land in der Hoffnung, in den Ballungszentren Arbeit zu finden. Wer sich keine Mietwohnung in einem der Hochhäuser leisten kann, die sich immer weiter in die Wüste vorschieben, landet in den zahlreichen Elendsvierteln. Die Enge in den Städten bestimmt den Alltag. All jene, die sich in Kairo mit dem Auto oder Bus fortbewegen wollen, müssen viel Zeit einplanen. Die Stadt steht mit ihren geschätzten 20 Mio. Einwohnern kurz vor dem Verkehrskollaps. So dauert der Weg zur Arbeit oder Schule nicht selten drei Stunden für die einfache Strecke. Klassenstärken von über 60 Kindern sind in staatlichen Schulen keine Seltenheit mehr. Entsprechend schlecht ist das Bildungsniveau in diesen Einrichtungen. Von den über 14-jährigen Ägyptern können laut Unesco knapp 30 % nicht lesen und schreiben.
Doch die Ägypter lassen sich nicht unterkriegen. Ihre einmal gewonnenen Freiheiten wollen sie sich nicht mehr nehmen lassen; und so arbeiten viele mit Einfallsreichtum, Ausdauer und Mut an der Zukunft ihres Landes.

Weltgebetstag 2013

Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen, Anne-Lise Hammann Jeannot, © WGT e.V.Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen, Anne-Lise Hammann Jeannot, © WGT e.V.

Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen

Frankreich ist vielen von uns durch Urlaub, Schüleraustausch oder Städtepartnerschaften bekannt. Wir schätzen schöne Landschaften, die Französische Küche, den guten Wein und das etwas andere Lebensgefühl. Sehnsüchtig blickt manche Frau auf die Französinnen, die dank gut ausgebauter staatlicher Kinderbetreuung scheinbar mühelos Familie und Berufstätigkeit vereinbaren. Immerhin bringt jede Französin statistisch gesehen 2,1 Kinder auf die Welt. Familien mit drei und mehr Kindern sind keine Seltenheit. Doch reicht die Betreuung überall aus, wie sind die Verdienstmöglichkeiten, wie viele Frauen sind in Führungspositionen zu finden und wie sieht die Gleichberechtigung bei der Erledigung der Hausarbeit aus? In Frankreich, wo nach Schätzungen 62 % der Bevölkerung römisch-katholisch sind, ist die strikte Trennung zwischen Staat und Religion in der Verfassung verankert. Seit Jahrhunderten ist Frankreich Ziel von Einwanderinnen und Einwanderern. Insgesamt 11 % der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Heutzutage leben viele der Zugezogenen, die zumeist aus den ehemaligen französischen Kolonien in Nord- und Westafrika stammen, in günstigen Wohnungen am Rande der Großstädte. Trotz gleicher Qualifikation sind sie doppelt so häufig arbeitslos wie Menschen aus besser gestellten Wohngegenden. Europaweit gibt es in Frankreich die meisten bikulturellen Ehen. Kinder mit wenigstens einem französischen Elternteil erhalten automatisch die französische Staatsbürgerschaft. Als Einwanderungsland muss Frankreich bestrebt sein, zum gelingenden Miteinander aller Bevölkerungsgruppen beizutragen. Im Gottesdienstes werden diesbezügliche Grundfragen aufgeworfen: Wie kann jede und jeder von uns zu einer Kultur des Willkommens beitragen?

Wie schätzt eine Aufnahmegesellschaft wert, was Menschen aus einem anderen Land, einer anderen Kultur mitbringen? Wie gestalten wir unsere gemeinsamen Lebensbedingungen so, dass alle, unabhängig ihrer Herkunft, wahrgenommen, respektiert und willkommen sind – überall auf der Welt! Es handelt sich also nicht um ein speziell französisches Thema, sondern es geht auch uns in Deutschland an.

Weltgebetstag 2012

Weltgebetstagmotiv 2012

Steht auf für Gerechtigkeit

Zweigeteilt befindet sich Malaysia im Südchinesischen Meer. Im Westen gehört die Malakka-Halbinsel südlich von Thailand dazu, im Osten die nördliche Küstenregion der Insel Borneo. 28 Mio. Menschen leben in diesem jungen, aufstrebenden Land. Die Hälfte davon sind Malaien, die per Gesetz dem Islam angehören, gute 20 % haben chinesische, etwa 7 % indische Vorfahren. Die indigene Bevölkerung macht 11 % aus. Die Indigenen und die Malaien haben als sog. „Bumiputera“, Söhne der Erde, besondere Vorrechte gegenüber den anderen Ethnien des Landes. Sie erhalten günstige Kredite und können einfacher Firmen gründen. An Schulen und Universitäten haben sie besondere Quoten und an jeder Firma müssen sie mit mind. 30 % beteiligt sein. Durch diese Bevorzugung versucht die islamische Regierung, vor allem Malaien zu unterstützen, die stark in der Justiz, Bürokratie sowie der Politik vertreten sind. Finanziell sind aber die in Handel und Handwerk tätigen Chinesen und Inder erfolgreicher. Den „Chinesen“ gehört nach wie vor das meiste Kapital im Land. Auch im Religiösen wollen die islamischen Malaien ihre Dominanz beweisen. Derzeit läuft ein Gerichtsverfahren, das allen anderen Religionen den Gebrauch des Wortes „Allah“ verbieten soll. Doch auch die 9 % Christen beten in ihrer Sprache zu Allah.
Trotzdem sind sich alle Parteien Malaysias einig, dass die ethnischen und religiösen Differenzen überbrückt werden müssen. Fleißig wird um ausländische Investoren geworben, die ihr Geld in dem mit Bodenschätzen und landwirtschaftlichen Rohstoffen reich gesegnetem Land anlegen sollen. Ziel ist es, zu einem asiatischen Zentrum des digitalen Zeitalters zu werden, denn auch schon heute ist Malaysia ein international bedeutender Hersteller von Elektrogeräten und Mikrochips. Doch dies alles wird aus Sicht der Regierung nur gelingen, wenn die Investoren nicht durch Unruhen oder öffentliche Kritik verunsichert werden. Daher ist die Pressefreiheit ziemlich eingeschränkt. Viele Themen sind tabu. So auch die prekären Lebensbedingungen, unter denen viele der etwa vier Millionen Arbeitsmigranten und -migrantinnen leiden müssen.

Weltgebetstag der Frauen 2011

Wieviele Brote habt ihr?

Chile stand im Jahr 2010 mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit. Ende Februar forderte ein starkes Erdbeben, verbunden mit einer Flutwelle, zahlreiche Tote und Verletzte. Über zwei Millionen Menschen wurden dabei obdachlos. Auch Krankenhäuser, Schulen, Kirchen, Straßen und Brücken wurden zerstört. Dem ersten Schock folgten viele spontane Hilfsaktionen. Aber es gab auch weitere Erschütterungen, denn Risse und Spannungen in Chiles Gesellschaft traten deutlich zutage: zwischen denjenigen, die am Reichtum Anteil haben, und der wachsenden Anzahl derer, die um das alltägliche Überleben kämpfen müssen.
Dann Anfang August wurden 33 Kumpel durch ein Grubenunglück in einer Kupfermine untertage eingeschlossen und harrten über zwei Monate auf ihre Rettung. Die ganze Welt, so schien es, schaute bei der Bergung der Verschüttenten zu und freute sich mit den Menschen in Chile. Doch wie werden die Geretteten mit dem aufkommenden Medienrummel fertig? Wie mit den Forderungen der eigenen Familie, aus dieser "Geschichte" genügend Kapital zu schlagen, damit man besser über die Runden kommt, auch etwas vom Kuchen abbekommt?
Die Frage, die die chilenischen Frauen in der Gottesdienstordnung auch angesichts dieser Situationen stellen, lautet: Wie viele Brote hast DU? Was kannst du teilen? Zeit, Geld, Talente, Arbeitskraft, die Gabe zuzuhören und Tränen zu trocknen, das Charisma Sinn zu geben und Not zu lindern? Niemand kann sagen, er habe nichts zum Teilen. Niemand ist so arm, dass er nichts mehr geben kann, und niemand ist so reich, dass er nichts mehr annehmen kann. Das betrifft die Menschen in Chile, aber auch uns hier in Deutschland.

Weltgebetstag der Frauen 2010

Alles, was Atem hat, lobe Gott

Kamerun wird allgemein "Afrika im Kleinen" genannt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen findet man in Kamerun alles, was auch den gesamten Kontinent ausmacht: Strände und Wüsten, Flüsse und Berge, Regenwälder und Savannen. Zum anderen ist das Land durch seine ethnische und religiöse Vielfalt geprägt. Über 18 Mio. Menschen leben auf einer Fläche, die 1/3 größer als Deutschland ist. Sie gehören über 250 verschiedenen Volks- und Sprachgruppen an. Etwa 25 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch, ca. 25 % protestantisch, 20 % muslimisch, der Rest sind Anhänger des traditionellen Glaubens. Trotz der Unterschiede gestaltet sich das Zusammenleben der verschiedenen Völker und Religionen weitestgehend friedlich. Offene Konflikte sind äußerst selten. Im Norden kommt es sporadisch zwischen den christlichen Ackerbauern und den muslimischen Viehzüchtern zu Meinungsverschiedenheiten über die Landnutzung. Doch das Miteinander steht im Vordergrund. Seit mehreren Jahren gibt es eine interreligiöse Zusammenarbeit für Gerechtigkeit und Frieden. Dabei geht es den Beteiligten um die Lösung konkreter Probleme, wie z. B. den Missbrauch des Brautgeldes, die negativen Auswirkungen des Witwenrituals oder auch die allgegenwärtige Korruption. Ohne Bestechungsgelder wird in der Verwaltung kein Antrag bearbeitet, Polizei und staatliche Krankenhäuser werden nur tätig, wenn die Bezahlung stimmt. Somit sind die etwa 40 % der Bevölkerung, die unterhalb der Armutsgrenze leben, von den staatlichen Dienstleistungen so gut wie ausgeschlossen. Umso größer ist die Bedeutung christlicher Schulen und Krankenhäuser. Dabei ist Kamerun reich an natürlichen Ressourcen, v. a. Erdöl. Doch Mitte der 1980-er Jahre geriet die Wirtschaft des bis dahin erfolgreichen Landes wegen fallender Weltmarktpreise seiner Exportgüter in die Krise. Anfang der 1990-er Jahre wurden die öffentlichen Ausgaben zurückgefahren und die Gehälter im Staatsdienst drastisch gekürzt. Da immer mehr Männer arbeitslos wurden, waren und sind es die Frauen, die die Familie mit informellen Jobs am Leben erhalten.

 

Weltgebetstag der Frauen 2009

Viele sind wir, doch eins in Christus

  • Papua Neuguinea, der drittgrößte Inselstaat der Erde, liegt nördlich von Australien im Pazifischen Ozean. - Für uns also ziemlich weit weg!
  • Die Hauptinsel Neuguinea ist zweigeteilt: der westliche Teil gehört zu Indonesien, der östliche zusammen mit über 600 Inseln zu Papua Neuguinea. - Indonesien war doch 2000 das Weltgebetstagsland, oder?
  • Es herrscht tropisches Klima, das Land ist fruchtbar und die überwiegende Mehrheit der ca. 6,3 Mio. Einwohner lebt in Selbstversorgung von der Landwirtschaft. - Dass keiner hungern muss, das ist ja schon mal eine positive Sache!
  • Durch die vielen Inseln und die stark zerklüfteten Gebirgsketten auf der Hauptinsel leben die Menschen oft sehr isoliert voneinander. Es haben sich daher über 800 verschiedene Sprachen, Kulturen und Traditionen herausgebildet. - Ach je, wie verständigt man sich denn dann?
  • Neben der Muttersprache spricht jeder Einwohner von Papua Neuguinea auch noch mindestens eine der offiziellen Sprachen: Englisch, Tok Pisin oder Motu. - Aha! Und haben die Menschen noch andere Gemeinsamkeiten?
  • Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Christen. - Na, da passt das Motto des Weltgebetstages doch sehr gut.

Ja, das Motto zieht sich wie ein roter Faden durch die Gottesdienstordnung. Eine Gruppe von Frauen aus Papua Neuguinea mit unterschiedlichen Konfessionen haben diese ausgearbeitet. Immer wieder gehen sie darauf ein, dass wir mit unseren vielfältigen, von Gott geschenkten Talenten zum Wohle aller beitragen sollen. Sie fordern gerade Frauen auf, ungeachtet von Nationalität, Sprache, Glaubenstradition und gesellschaftlicher Schicht, in leidvolles Geschehen einzugreifen und zu handeln. Als Beispiele führen sie die Aufnahme von Friedensgesprächen im Bürgerkrieg auf der Insel Bougainville und bei Stammesfehden an. Nur durch das "Auf-den-Feind-zugehen" von mutigen Frauen konnten diese Gespräche in Gang gebracht werden. Allein Vergebung und Versöhnung mit dem Feind können einen Frieden dauerhaft sichern.

Weltgebetstag der Frauen 2008

Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen

"Das Land der vielen Wasser" - Guyana - liegt mit seinem tropischen Klima, den Flüssen und Wasserfällen sowie den riesigen Regenwäldern an der Atlantikküste Südamerikas und gehört geschichtlich, wirtschaftlich und kulturell zur Karibik. Die Amtssprache der ca. 750.000 Einwohner ist Englisch. Fast die Hälfte der Bevölkerung hat indische Vorfahren, ein Drittel afrikanische Wurzeln, noch nicht einmal 10 % sind indigenen Ursprungs. Spannungen und zuweilen auch Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen bleiben nicht aus. Zudem kann das Entwicklungsland Guyana nicht allen ein gesichertes Einkommen bieten. Viele Menschen müssen mit 1,50 € am Tag auskommen, überleben nur, weil sie Nahrungsmittel anbauen, Tiere halten, Gelegenheitsjobs nachgehen und von ausgewanderten Verwandten Geldspenden erhalten. Doch trotz Lehrermangels im ländlichen Raum ist das Bildungsniveau in Guyana hoch. Nur 1,5 % der Bevölkerung können nicht lesen und schreiben.
Frauen aus Guyana laden Sie am Weltgebetstag 2008 ein, mehr über ihren Alltag und ihre Glaubenshoffnungen zu erfahren. Die Liturgie ist überschrieben mit dem Motto "Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen", das den ganzen Gottesdienst durchzieht.

Weltgebetstag der Frauen 2007

die paraguayische Nanduti - Spitze schafft Verbindung

Unter Gottes Zelt vereint

Frauen aus Paraguay haben die Liturgie des Weltgebetstages 2007 erarbeitet. Sie laden ein, mehr über den Alltag der Frauen in diesem Land, über ihre Spiritualität und Glaubenshoffnungen zu erfahren. Nach 35 Jahren Militärdiktatur unter dem deutschstämmigen Alfredo Stroessner befindet sich Paraguay seit 1989 in einem schwierigen Prozess der Umgestaltung, an dem sich Frauen auf vielfältige Weise beteiligen.
Die Liturgie ist überschrieben mit dem Motto "Unter Gottes Zelt vereint" - da werden reiche Assoziationen von Gottes Fürsorge, Schutz und Verheißung lebendig. In den Mittelpunkt stellen die Frauen die Nanduti-Spitze. Dieses typische, wertvolle Kunsthandwerk entstand aus der kreativen Verbindung von indigener und europäischer Kultur. Die verschiedenen Muster entsprechen der reichen Natur des Landes. Sie sind miteinander durch ein einziges Garn zu einem Ganzen vereint. Die Kreisform der Spitze symbolisiert die immer währende Anwesenheit Gottes.
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Paraguays kann auf indigene und spanische Wurzeln zurückblicken. 1525 kamen die spanischen Eroberer ins Land und wurden von den dort lebenden Guaraní-Völkern meist freundlich aufgenommen. In der Folgezeit vermischten sich die Bevölkerungsgruppen immer mehr. So ist die indigene Sprache Guaraní heute neben Spanisch offizielle Landessprache und die meisten Kinder wachsen zweisprachig auf.
Paraguay ist ein stark landwirtschaftlich geprägtes Land. Jedoch gehören, ähnlich wie in vielen anderen südamerikanischen Staaten, 80 % der Fläche nur 1 % der Bevölkerung. Paraguay ist weltweit der viertgrößte Sojaexporteur. Bekannt ist es aber auch für seinen traditionellen Mate-Tee, der heiß oder kalt aufgeschüttet, getrunken wird.
Die wirtschaftliche Lage stellt sich für viele Paraguayerinnen und Paraguayer zur Zeit schwierig dar. Etwa ein Sechstel der Bevölkerung ist arbeitslos. Die Hälfte der Arbeitsstellen ist ungesichert und befristet. Es gibt viele Kleinstunternehmerinnen und Straßenhändlerinnen. Die Mehrheit der Frauen in Paraguay ist mit dem alltäglichen Überleben ihrer Familien beschäftigt.

Weltgebetstag der Frauen 2006

Zeichen der Zeit

Südafrika ist ein wunderschönes Land. Die Zahl der Menschen, die dort Urlaub machen möchten, steigt stetig. Aber dennoch wird allein schon das Wort "Südafrika" bei vielen noch immer Schreckensbilder wachrufen: 342 Jahre weiße Vorherrschaft, die überwiegend unterdrückt, ausgebeutet, entwürdigt, gemordet und zerstört hat. "Seit 1994 leben wir in der Zeit nach der Apartheid - ein Zeichen der Gnade Gottes." Das schreiben die Verfasserinnen der Weltgebetstagsliturgie und freuen sich ihrer neuen "Regenbogennation". Sie verharmlosen oder verdrängen keineswegs, was sie durchgemacht haben, sehen diese schlimme Zeit als ein Wetterleuchten der Endzeit. Sie entnehmen aber den Worten Jesu (als er über die Zerstörung des Tempels in Jerusalem sprach), dass noch eine Frist gesetzt ist, eine Zeit der Gnade Gottes. Diese wollen sie nutzen. "Im täglichen Leben ist uns wichtig", schreiben die Südafrikanerinnen, "dass Menschen in Würde, in gegenseitiger Achtung und Verantwortung zusammenleben... Diese teilende Gemeinschaft beschreibt unser viel gebrauchtes Wort "ubuntu." "Ubuntu" umschließt Menschen aller Hautfarben und Religionen, ist Weg und Ziel der jungen Republik Südafrika mit rund 47 Millionen Einwohnern und elf offiziellen Sprachen. Bisher einzig in der Welt war die Arbeit der südafrikanischen Wahrheits- und Versöhnungskommission unter Leitung von Erzbischof Tutu. Sie galt als Zeichen der neuen Zeit, in der unsagbares Leid benannt und Unrecht aufgedeckt und zugegeben werden muss, wenn für Versöhnung gearbeitet werden soll. Südafrika hat noch einen weiten Weg vor sich, aber die Weltgebetstagsfrauen sind voller Zuversicht, dass Gott sie stärken und begleiten wird.
So klagen sie zwar laut und offen angesichts der unabsehbaren Not, die AIDS über die Menschen bringt, aber sie verzagen nicht. Die mittlere Generation droht wegzusterben und Kinder stehen allein da, wenn nicht Großmütter für sie sorgen können. Die Vision des Propheten Ezechiel vom Totenfeld voll dürrer Knochen - eine realistische Beschreibung afrikanischer und zum Teil auch weltweiter Gegenwart? Der Text steht in der Gebetsordnung als Herausforderung und auch als Zuspruch. Denn der Prophet wird aus dem Gräberfeld Menschen neu ins Leben rufen, wenn er nur Gott zutraut, dass er Leben schaffen kann und will. "Wir wissen, dass du, Gott, die Macht hast und unsere ganze Gesellschaft neu beleben kannst", heißt es. Nicht der Tod soll das Zeichen der neuen Zeit in Südafrika sein, sondern mit Gottes und der Menschen Hilfe das Leben. Im Zeichen der liebe Jesu Christi, dem einzigen und wahren Zeichen der Zeit, wie die Südafrikanerinnen bekennen, sind die Gespenster der alten Zeit, Apartheid und Nationalismus, entmachtet worden. Und in diesem Zeichen will dieser Weltgebetstag Christen und Christinnen weltweit verbinden im Gebet um Versöhnung und Heilung.

Weltgebetstag der Frauen 2005

Lasst uns ein Licht sein

"Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben." Die polnische Künstlerin Areta Fedak zeigt Wolkenkratzer einer modernen Stadt, wie sie in Polen und überall auf der Welt zu finden sind. Aus einigen Wohnungen schimmert Licht in der gleichen warmen, gelben Farbe wie das Kreuzessymbol. Menschen lassen Gottes Liebe zur Welt sichtbar und erfahrbar werden. In der Form des Dreiecks begegnet uns das Auge der Vorsehung und Fürsorge Gottes. Gottes Licht scheint an der Spitze des Berges auf, durchdringt die Dunkelheit und vereint und bestärkt die Menschen in ihrem Bemühen, "Licht der Welt" zu sein (Mt 5,14).
Der nächste Weltgebetstag rückt nahe - nicht nur im zeitlichen, sondern vor allem im räumlichen Sinn. Polen ist ein Nachbarland Deutschlands. Damit werden für uns / die deutschen NachbarInnen schöne wie schmerzhafte Themen deutsch-polnischer Geschichte und Gegenwart präsent. Wir erinnern an Schuld und Verantwortung Deutschlands für gefallene, ermordete, verfolgte und vertriebene Menschen; wir erinnern uns an die jüngste Vergangenheit eines geteilten Deutschlands und der damit verbundenen unterschiedlichen polnisch-deutschen (BRD und DDR) und deutsch-deutschen Beziehungen.
Die Frauen des Polnischen Weltgebetstagskomitees haben ihren Gottesdienst mit Blick auf die ganze Welt geschrieben. Bei allem Geschichtsbewusstsein war es ihnen vor allem ein Anliegen, die gegenwärtige Situation Polens zu beschreiben, ihre Ängste und Hoffnungen für die Zukunft zum Ausdruck zu bringen und Fähigkeiten und Verantwortungen von Frauen zur Gestaltung dieser Zukunft zu benennen.
Mit vielfältigen und differenzierten Informationen und der sensiblen Aufmerksamkeit für Themen und Ereignisse der deutsch-polnischen Nachbarschaft will das Deutsche Weltgebetstagskomitee e.V. durch seine Materialien dazu beitragen, dass die Vorbereitung und Feier des Weltgebetstags 2005 aus Polen Menschen zu Begegnung, Auseinandersetzung und Austausch anregt und sie in ihrem Bemühen um Versöhnung, Völkerverständigung und Frieden unterstützt. Dies legen auch Thema und Inhalte des Gottesdienstes nahe. Der Zuspruch "Lasst uns Licht sein" wird verbunden mit dem Engagement für Frieden und Gerechtigkeit zwischen Menschen, Generationen, Völkern, Nationen, Konfessionen und Religionen. Bibellesungen innerhalb des Gottesdienstes bekräftigen diesen Zuspruch (Mt 5, 13-16; 6, 22-23; Epheserbrief 5, 8-14); v. a. die Geschichte einer israelitischen Kriegsgefangenen (2 Kön 5, 1-15) verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Heilung und Frieden.

Der Weltgebetstag Polen 2005 ist eine wunderbare Chance für Menschen in Deutschland, zu einer friedlichen und lebendigen Nachbarschaft europäischer Staaten beizutragen.

Weltgebetstag der Frauen 2004

Im Glauben gestalten Frauen Zukunft

Dieses Jahr führt uns der Weltgebetstag nach Panama. Das Land ist die Brücke zwischen Mittel- und Zentralamerika. Verschiedene Vegetationszonen haben eine große Artenvielfalt in Fauna und Flora hervorgebracht. Von deren Schönheit und der Vielfalt des Lebens in ihrem Land, zu der auch eine multiethnische Bevölkerung gehört, berichten die Frauen des WGT Komitees. "Im Glauben gestalten Frauen Zukunft" - wie das für die Frauen aus Panama aussieht und wie wir dies für uns verstehen können, erfahren wir in der Auseinandersetzung mit den biblischen Texte der WGT-Liturgie. In den Fürbitten erfahren wir von den Problemen des Landes und den Schwierigkeiten des täglichen Lebens der Menschen in Panama: Armut, hohe Arbeitslosigkeit, mangelhafte Bildungs- und Gesundheitssysteme machen für viele das Leben zu einem ständigen Kampf ums Überleben.
Die Frauen aus Panama laden uns am Ende des von ihnen gestalteten Gottesdienstes ein, teilzuhaben an dem was ihre Hoffnung nährt:
"Diesen Schatz (des Glaubens) tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott kommt und nicht von uns (2. Korintherbrief 4,7)." Indem wir ein Tongefäß weiter reichen, erinnern wir uns daran, dass wir in Gottes Händen Geformte, von Gottes Geist Erfüllte und so zugleich selbst formende -Zukunft Gestaltende - sind.

Weltgebetstag der Frauen 2003

Heiliger Geist, erfülle uns

Libanon. Was wissen wir vom heutigen Libanon? In der Regel wenig. Dieses kleine Land am östlichen Mittelmeer, halb so groß wie Hessen, kennen Christinnen allenfalls aus der Bibel. Sie erwähnt den Libanon 75-mal und rühmt ihn als ein land aus Gottes Hand voller Duft und Schönheit und vor allem als Heimat der Zedern, Sinnbild für Gottes Schöpferkraft und Güte. Die Verfasserinnen der Weltgebetstagsordnung möchten an diese große Tradition des Libanon anknüpfen, sie erinnern daran, dass sie in einem Teil des Heiligen landes wohnen: Auf den Straßen ihrer Städte Tyrus und Sidon ist auch Jesus gegangen und die Hochzeit in Kana, auf der Maria Jesus zum Weinwunder drängt - hat sie sich nicht im libanesischen Kana abgespielt?
Die Christinnen im Libanon wissen, dass sie diese biblische Rückkoppelung brauchen, um Kraft zu haben, vom heutigen leben in ihrem land zu sprechen. Die Zedern sind rar geworden im Libanon und die Zeichen für lebensfülle aus Gott werden nur die Glaubenden erkennen mit der Kraft des Heiligen Geistes. Heiliger Geist, erflille uns ist der Titel, ist die Bitte, ist der Schrei, der die ganze Liturgie durchzieht. Libanon mit seinen 4 Mill. Einwohnern und 18 anerkannten Religionsgemeinschaften - knapp 40 010 davon christlich, die anderen überwiegend moslemisch in unterschiedlichen Konfessionen - wurde von 1975 bis 89/90 von einem politisch-religiösen Bürgerkrieg erschüttert: der noch immer traumatisierend nachwirkt. Die Wunden heilen nur langsam, die hoffnungslosen wirtschaftlichen Verhältnisse treiben viele zur Auswanderung, vor allem die Jugend. Die geografische Lage zwischen Israel und Syrien tut ein Übriges, die Situation instabil zu halten. Das Problem der vielen palästinensischen Flüchtlinge in elenden Lagern sorgt immer wieder für Spannungen, die den Staat in den Nahost-Konflikt hineinziehen, obwohl er dies vermeiden will. Die Beterinnen aus dem Libanon, die als Frauen und Mütter Elend und Tod in ihrem land reichlich erfahren haben, geben dennoch nicht auf. Sie suchen nach den Spuren des Heiligen Geistes, erbitten die Kraft von Pfingsten und den Mut der jungen schwangeren Maria und glauben an die Früchte des Geistes Gottes, glauben an Liebe, Freude und Friede. Das ist ihre Botschaft an die weltweite christliche Ökumene, mit der sie sich am 7. März singend und betend verbunden fühlen.

Weltgebetstag der Frauen 2002

Zur Versöhnung herausgefordert

Rumänien - ein Land, das eigentlich ganz in unserer Nähe liegt, bedenkt man, aus welchen Ländern die Weltgebetstagsordnungen der letzten Jahre kamen. Eigentlich! Doch was wissen wir überhaupt über die "Zustände", das Leben und die Menschen in Rumänien?
Klar, bis 1989 gehörte Rumänien zum "Ostblock". Kommunismus, Planwirtschaft, ein niedriger Lebensstandard sind Schlagworte, die mir spontan einfallen. Um die Lebensbedingungen war es in den 80er Jahren in Rumänien besonders schlecht bestellt. Wurden der Bevölkerung doch rigorose Sparmaßnahmen aufgezwungen, um die Auslandsschulden zurückzuzahlen.
Und wie sieht es heute aus? Hat sich die Situation der Menschen seitdem verbessert?
Das Wirtschaftssystem befindet sich im Umbruch zur kapitalistischen Marktwirtschaft. Die Arbeitslosenquote beträgt in manchen Gegenden, bedingt durch die Schließung ehemals staatlicher Großbetriebe, bis zu 80%. Eine Privatisierung dieser Betriebe gestaltet sich schwierig. Drastische Preisanstiege bei Lebensmitteln, Fernwärme und Elektrizität belasten die Privathaushalte. Für viele alte Menschen reicht die soziale Unterstützung nicht aus. Daher sind rumänische Frauen immer noch doppelt- und dreifach belastet durch Kinderbetreuung und Haushalt, durch Berufstätigkeit und die Versorgung alter und kranker Familienangehöriger. Sie arbeiten 15-16 Stunden täglich. Arbeitserleichternde Produkte und Dienstleistungen sind weiterhin teuer. "Die Armut ist weiblich" - dieser Satz gilt auch in Rumänien. Zudem sind die Frauen mit hohen gesundheitlichen Risiken konfrontiert. Die Sterblichkeitsrate von Frauen bei der Entbindung ist erschreckend hoch. Viele leiden wegen mangelnder Aufklärung an den Folgen von Abtreibungen. Die wachsende (Männer-)Gewalt gegen Frauen wird von der Gesellschaft ignoriert.
Trotz allem setzen sich rumänische Frauen im Weltgebetstagsgottesdienst für Versöhnung ein. Die zum größten Teil rumänisch-orthodoxen Christinnen erkennen, wie wichtig der diakonische Auftrag der Kirchen, ihre Werte wie Menschenrechte und Versöhnungsbereitschaft für den Aufbau von Demokratie und Zivilgesellschaft sind. Gerade in Rumänien, wo es eine Vielzahl von ethnischen Gruppen gibt.

Weltgebetstag der Frauen 2001

Samoa, ein Inselstaat im Pazifischen Ozean (zwischen Neuseeland, Australien und Südamerika) gehört mit einer Fläche von ca. 3000 km² (Saarland) und einer Einwohnerzahl von ca. 170 000 Menschen zu den kleinen Ländern unserer Erde.

Obwohl eines der "am wenigsten entwickelten Ländern der Erde", muss niemand hungern auf Samoa: fruchtbare Vulkanerde und ein mildes Klima, Fischreichtum, Land im Gemeinschaftsbesitz, stabile politische Verhältnisse sowie die Traditionen der Gastfreundschaft und des Teilens sorgen für ausreichend Nahrung und Verteilungsgerechtigkeit.

Hier können wir viel voneinander lernen. Im gemeinsamen Gebet mit den Frauen aus Samoa kommen auch die aktuellen Probleme dieses Inselstaates zur Sprache und wir ermutigen uns gegenseitig zum gemeinsamen Handeln!

Dieses Motto und Grundanliegen der Weltgebetstagsbewegung bringen die Frauen aus Samoa in ihrer Liturgie einzigartig zum Ausdruck, in dem sie uns mit hineinnehmen in die Tradition ihrer Kava-Zeremonie.