Reichenberg

Die Gemeinde wurde 1319 erstmals urkundlich erwähnt als Siedlung im Tal und Wohnstätte der Handwerker, Tagelöhner und Arbeiter, die beim Bau der Burg Reichenberg durch Graf Wilhelm I von Katzenelnbogen eingesetzt waren. 1380 wurde die Kirche an der heutigen Stelle durch Graf Wilhelm II errichtet. Zwischen Kirche und Burg befindet sich ein Friedhof mit einer Vielzahl von Gräbern der Familie von Oettingen. Dr. phil. Baron Wolfgang von Oettingen war bis 1918 Direktor des Goethe-Nationalmuseums in Weimar und privatisierte anschließend auf Burg Reichenberg.

Älteste Siedlung in der Gemarkung ist jedoch der bereits 1250 erstmalig urkundlich erwähnte Hof Offenthal, der sich südlich der Ortslage auf der Höhe befindet. Seit dem 17 Jahrhundert ist der Hof eine Domäne, zunächst von Hessen-Rheinfels, dann Herzoglich Nassauisch, später Preußisch und zuletzt Rheinland-Pfälzisch. Die Domänenpächter besitzen neben der Kirche einen eigenen Friedhof; sechs Generationen sind dort beerdigt. Seit 1975 ist der Hof in Privatbesitz.
Zu Reichenberg gehören drei Mühlen im Forstbachtal; die älteste, die Offenthaler Mühle, wurde bereit 1573 errichtet. Zwei Aussiedlerhöfe in der Gemarkung entstanden in den frühen fünfziger Jahren.

Durch die Gemarkung verläuft die Hessen- oder Römerstraße. Sie führt von Trier über eine Rheinfurt bei St. Goarshausen bis nach Kassel. In der Nähe der Schutzhütte auf der Höhe südlich der Ortslage wurde ein kurzes Stück der Straße freigelegt und kann besichtigt werden.

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